Baugeschichte und Beschreibung

 

Bei der Mühle handelt es sich um eine hoch aufragende Bockwindmühle, die sukzessive zur Motormühle mit drei Mahlgängen entwickelt wurde. Die Mühle wurde vermutlich 1718 erbaut und ist als Bockwindmühle in Drasdo seit 1723 nachweisbar. Sie war in diesem Jahr mit Genehmigung des Rentamtes Annaburg von Dorf Beyern nach Drasdo transloziert worden. Sie war dann lange Zeit gemäß dem Steuerkataster des Amtes Liebenwerda von 1730 Teil des Schankgutes Drasdo (,,…Hannß Christoph Heyde der Schenk Wirth besitzt ein Guth darauf die Brau und Schenk Gerechtigkeit hafftet, noch eine Hufe Landes … und auch dabey eine Wind Mühle“). Bis zu den 1880er Jahren wechselte die Mühle mehrmals den Besitzer und kam schließlich 1888 in das Eigentum der Familie Schöllner, der die Mühle heute in der 5. Generation gehört. Seitdem wurde die Mühle ,,industrialisiert“, d.h. sowohl die Produktionspalette als auch der Produktionsumfang wurde erheblich erweitert. U.a. erhielt die Mühle neben den Steinmahlgang zwei Walzenstühle der Firma ,,Friedrich Schulze Mühlenbauanstalt, Luckenwalde“ jeweils mit einer kompletten Reinigungs – und Separierstrecke.

Die Mühle ist bis auf den Sterz und das Flügelkreuz komplett überliefert. Ursprünglich auf war der Bock mit seinen Schwellen auf Feldsteinen aufgesetzt. Um die Wende 20. Jahrhundert wurde die Mühle um etwa einen Meter durch eine Ziegelmauerwerkkonstruktion (Streichziegel im Reichsformat) angehoben. Grund war, dass die ursprünglichen Windkräfte der Mühle nach ihrer Modernisierung und maschinellen Erweiterung nicht mehr ausreichten und sie ein größeres Flügelkreuz erhielt. Dadurch konnte eine maximale Leistung von 60 PS erzielt werden, die mittlere Leistung lag bei 40 PS.

1933 erhielt die Mühle einen Dieselmotorantrieb (Motor in DDR-Zeiten verschrottet), der in einem kleinen Maschinenhaus(verputzter Ziegelbau, noch vorhanden) und dem Mühlenkasten untergebracht wurde. Einen Stromanschluss erhielt das Mühlengrundstück erst im Jahr 1959. Zuvor war der Dieselmotor  mit einem kleinen Generator gekoppelt, der ebenfalls noch vorhanden ist. Bis 1957 wurde in der Mühle neben anderen Produkten wie Gries oder Futterschrot Mehl gemahlen, danach wurde bis 1969 nur noch Futter geschrotet. 1961 wurde nach einem Sturmschaden das Flügelkreuz abgebaut, bis dahin lief die Mühle entsprechend dem Winddargebot im Parallelbetrieb, danach ausschließlich als Motormühle. Die Feise war als Mühlenstube ofenbeheizt, wofür es einer versicherungsrechtlichen Sondergenehmigung bedurfte. Der Ofen ist noch vorhanden und wurde nach der baulichen Sanierung der Müllerstube wieder aufgestellt.

 

Maschinelle Ausstattung (Hauptaggregate):

1 Schrotgang(Steinmahlgang) mit Rüttelschuh und Schütttrichter

1 Steinkran

Schrotstuhl links:

1 Walzenstuhl mit Doppelschütttrichter darüber

1 Elevator

1 doppelter Wurfsichter mit Förderschnecken

1 Mischmaschine für Mehl

Grießstuhl rechts:

1 Walzenstuhl mit Doppelschütttrichter darüber

1 Elevator

1 doppelter Wurfsichter

Komplette Reinigungsstrecke:

1 Doppelelevator

1 Aspirateur(Rüttelsiebe)

1 Magnet

1 Trieur

1 Schälmaschine mit drei Förderschnecken und Gebläse

1 Quetsche

1 Filtersegment für Schälmaschine

1 Saatgetreidereinigung ohne Antrieb

1 Schrotmühle mit Elektromotor

1 Waage mit Gewichten